Steganografie

abc-der-IT 6. Juli 2020

Wenn man von Steganografie spricht, meint man die Kunst oder Wissenschaft, Informationen oder deren Übermittlung in einem Medium zu verbergen. Ziel der Steganografie ist es, Informationen geheim zu halten und diese nur für den zum Empfang bestimmten sichtbar zu machen. Im Idealfall können Dritte mit dem übermittelten Medium nichts anfangen oder schöpfen erst gar keinen Verdacht. Im Gegensatz zur Kryptografie erkennen Dritte nicht die stenografierten Informationen. Bei der Kryptografie weiß ein Außenstehender nämlich um die Existenz der versteckten Information, kann diese aber aufgrund der Verschlüsselung nicht entschlüsseln.

Steganografie kann aber nicht nur mit analogen Medien stattfinden, sondern findet auch oft seinen Einsatz bei Bild- oder Audiodateien. Wichtig hierfür ist, dass die Dateien eine natürliche vorhandene Variation in ihren Daten haben. Man bezeichnet dies auch als „Rauschen“.

So können beispielsweise Text- oder Bilddateien in anderen Bildern versteckt werden. Bilder eignen sich deshalb besonders gut, weil das menschliche Auge sehr unempfindlich gegenüber Bildrauschen ist.

Das Verstecken von Dateien ist auch unter Windows sehr einfach. Hat man zwei Textdokumente mit den Namen „Datei01.txt“ und „Datei02.txt“ benötigt man nicht viele Kommandos:

Man öffnet die Kommandozeile und wechselt in das entsprechende Verzeichnis mit den beiden Textdateien.

Nun gibt man beide Dateien an: Datei02.txt > Datei01.txt:Datei02.txt

Mit diesem Befehl wurde nun Datei02.txt in Datei01.txt versteckt. Diese Art des „Versteckens“ nutzt ADS (Alternate Data Stream) unter NTFS. Eine Datei kann aus mehreren Streams bestehen. Wobei andere Streams nur weitere Anhänge einer Datei sind. Windows zeigt aber nur eine davon an, welche dann dementsprechend auch als einzige lesbar ist. Alle übrigen Streams werden nicht weiter berücksichtigt und noch nicht einmal in der Dateigröße wiedergegeben.

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